© Thomas Härtel, www.westerwald-kelterei.de
Fruchtsäfte Härtel 02689-1239      info@garten-architektur.de
Ein Besuch in der Süßmostkelterei Wolfgang Härtel
J eder   Bürger   hat   sein   Steckenpferd,   das   er   in   seiner   Freizeit   reitet.   Viele widmen   sich   der   Gartenarbeit,   und   ein   Gang   durch   die   Kleingartenanlage und   entlang   der   Hausgärten   ist   immer   ein   Erlebnis,   ob   das   die   Baumblüte   im Frühling,      das      lebenstrotzende      Wachstum      im      Sommer      oder      die fruchtschweren Bäume im Herbst sind. Jeder   Gartenfreund   ist   stolz   auf   seine   Erfolge.   Trotz   mancher   Anstrengung schreitet   er   froh   zur   Obsternte.   Sie   belohnt   die   Mühe   des   Jahres.   Das   beginnt mit   den   Erdbeeren,   setzt   sich   fort   mit   Kirschen,   Johannis-   und   Stachelbeeren und endet mit Äpfeln, Birnen, Pflaumen und Schalenobst. Manche    Obstarten    fallen    in    großer    Menge    an,    sind    nicht    lagerfähig, können   aber   auch   nicht   in   kurzer   Zeit   im   Haushalt   verbraucht   werden.   Was nun? Die   Hausfrauen   haben   von   jeher   Rat   gewußt.   Erntezeit   ist   Einmachezeit. Über    Generationen    hinweg    sind    die    Verfahren    zur    Obstkonservierung überliefert     u.     durch     wissenschaftliche     Erkenntnisse     vervollkommnet worden. Reges Treiben herrscht während der Erntezeit im Haushalt. Lohnt   die   Arbeit   immer   die   Mühe?   Oft   muß   die   Hausfrau   noch   Lehrgeld zahlen,   weil   ihr   die   Arbeit   nicht   geglückt   ist,   denn   jeder   muß   Erfahrungen sammeln.    Wie    mühselig    war    die    Mostbereitung    im    Haushalt,    bevor    der Dampfentsafter im Handel angeboten wurde! Lohnmost ist anerkannt Viele   Hausfrauen   haben   Schluß   gemacht   mit   dem   Geplansche   in   ihrer Küche.   Neben   ihrer   beruflichen   Arbeit   finden   sie   kaum   noch   Zeit   für   solche Betätigung.   Außerdem   ist   es   bequemer,   das   Obst   in   eine   Süßmostkelterei   zu geben.   Sie   zahlen   Lohn   für   die   Mostherstellung.   Doch   wenn   sie   ihre   eigene Mostherstellung    berechnen,    arbeiten    die    Mostereien    billiger    für    sie.    Die Verarbeitung    von    einem    Eimer    Obst    dauert    im    Haushalt    drei    bis    vier Stunden. Wir   treffen   vor   der   Süßmosterei   Wolfgang   Härtel   in   Staßfurt   viele   Bürger mit     ihrem     Erntegut.     Rhabarberstengel.     Kirschen,     Johannisbeeren     und Stachelbeeren    bringen    sie    in    Eimern    und    Körben.    Nicht    nur    Staßfurter streben   diesem   Betrieb   zu,   wir   finden   auch   Einwohner   der   umliegenden Städte und Gemeinden unter ihnen. „Diese   Einrichtung   ist   bequem,   wir   sind   mit   der   Qualität   zufrieden,   und kommen    jedes    Jahr    wieder,",    ist    die    einheitliche    Meinung    der    von    uns befragten Bürger. Wir   fragen   die   Kunden   auch,   warum   sie   die   Firma   Härtel   bevorzugen; denn die anderen Betriebe haben nicht solch regen Kundenstrom. Bei    Härtel    ist    der    Most    immer    klar,    ohne    Trübung,    ohne    Bodensatz", lautete das Urteil. Ein Gang durch die Süßmosterei Härtel Der   Kundenstrom   drängt   der   Waage   zu.   Dort   regelt   Betriebsleiter   Härtel mit    den    Kunden    die    geschäftlichen    Probleme    der    Mostbereitung.    Dann schüttet   jeder   sein   Erntegut   in   die   Fässer,   Rhabarber   gelangt   in   die   Kisten. Dort beginnt die Mosterzeugung. Dort   steht   die   Fruchtpresse.   Der   Fruchtsaft   gelangt   dann   in   die   Zentrifuge, wo   die   in   den   Saft   geratenen   Fruchtfleischreste   abgetrennt   werden.   Dann verbleibt   der   Saft   etwa   acht   Tage   in   Fässern.   Dort   löst   sich   das   Pektin,   was sonst    die    Trübung    des    Mostes    verursacht.    Über    einen    Filter    und    eine Abfüllmaschine gelangt der Most in die Flaschen. Auf   jeden   Fall   wird   der   Rohsaft   noch   am   ersten   Tage   pasteurisiert.   Denn der      Sauerstoff      der      Luft      und      die      auf      allen      Früchten      lebenden Kleinstlebewesen   wie   Bakterien,   Hefen   und   Schimmelpilze   könnten   schon In einer Nacht den Saft verderben. Noch   eines   fiel   uns,   auf.   Jeder   Kunde   muß   mehr   leere   Flaschen   liefern   als er   volle   zurücknimmt.   Aber   der   Most   wird   heiß   abgefüllt,   und   nicht   alle Flaschen halten das aus. Es gibt beim Abfüllen auch Bruch. Aus der Geschichte des Betriebes Über     der     Waage     erinnert     eine     Inschrift     am     Türbogen,     daß     die Süßmostkelterei   Härtel   in   diesem   Jahr   ihr   dreißigjähriges   Jubiläum   begeht. Herr Härtel leitet den Betrieb selbst seit 1947. Die   Bilanz   seiner   Arbeit   und   die   seiner   Mitarbeiter   ist   das   ständige   Steigen der    Produktion.    Über    die    Annahmestellen    in    Staßfurt,    Güsten,    Groß Börnecke   und   Brumby   liefern   die   Kunden   ausreichend   Obst   und   sichern   so selbst   die   volle   Auslastung   des   Betriebes   in   jeder   Saison.   Mehr   als   200   000 Liter Most werden jährlich .im Betrieb gewonnen. Dieser   Betrieb   ist   ein   Dienstleistungsbetrieb         geworden.   Er   widmet   sich nur    noch    der    Lohnmostherstellung.    Die    Süßmostkelterei    Härtel    ist    die leistungsfähigste Kelterei des Bezirkes Magdeburg, Herr Härtel - ein Neuerer Vom   Urteil   der   Kunden   ausgehend,   fragen   wir   nach   den   Ursachen   für   die gute   Qualität   des   Mostes.   „Das   liegt   an   der   Verarbeitung.   Nicht   alle   meiner Kollegen    haben    eine    solche    Anlage    wie    ich.    Sie    haben    die    Maschinen gesehen, darunter auch einige halbautomatische. Mein   Betrieb   ist   räumlich   beengt.   Eine   Ausdehnung   ist   nicht   möglich.   Ich muß   also   leistungsfähigere   Maschinen   beschaffen,   wenn   ich   auch   weiterhin die   ständig   wachsenden   Aufträge   aus   der   Bevölkerung   erfüllen   will.   Leider bietet   der   Handel   für   meinen   Wirtschaftszweig   keine   Maschinen   an.   Was Sie   gesehen   haben,   ist   alles   Eigenbau.   Die   Flaschenwaschmaschine   und   die halbautomatische   Abfüllmaschine   sind   mein   Stolz.   Zur   Zeit   entwickele   ich einen   Flaschenvorwärmer,   um   den   Flaschenbruch   einzuschränken.   Solche Gedanken   verwirkliche   ich   in   den   Wintermonaten.   Ich   halte   also   keinen Winterschlaf, wie das einige Bürger vermuten." Noch   mehr   Most   in   bester   Qualität   durch   ständige   Weiterentwicklung   der Maschinen:    darin    sieht    Herr    Härtel    seinen    Beitrag    beim    umfassenden Aufbau des Sozialismus.
M. Herr   Robra aus Neundorf holt schon seinen Most ab (links). Frau Severin arbeitet an der Abfüllmaschine  ( Mitte). Frau Alsleben nimmt die gefüllten Flaschen ab                                             ( unten). Aufn.: Stapel
Frau Schulze aus Staßfurt verhandelt mit Betriebsleiter i Härtel (links oben). Frau           Jahns           aus Hecklingcn               liefert Johannisbeeren   an   (links Milte). Frau Käppner, Frau Wehlmann und  Frau Alsle-ben bei der Flaschenwäsche (links unten). Auln.: Stapel
© Thomas Härtel    2017                  www.westerwald-kelterei.de
Fruchtsäfte Härtel 02689-1239      info@garten-architektur.de
Ein Besuch in der Süßmostkelterei Wolfgang Härtel
J eder   Bürger   hat   sein   Steckenpferd,   das   er   in   seiner Freizeit    reitet.    Viele    widmen    sich    der    Gartenarbeit, und   ein   Gang   durch   die   Kleingartenanlage   und   entlang der    Hausgärten    ist    immer    ein    Erlebnis,    ob    das    die Baumblüte       im       Frühling,       das       lebenstrotzende Wachstum     im     Sommer     oder     die     fruchtschweren Bäume im Herbst sind. Jeder   Gartenfreund   ist   stolz   auf   seine   Erfolge.   Trotz mancher   Anstrengung   schreitet   er   froh   zur   Obsternte. Sie   belohnt   die   Mühe   des   Jahres.   Das   beginnt   mit   den Erdbeeren,   setzt   sich   fort   mit   Kirschen,   Johannis-   und Stachelbeeren   und   endet   mit   Äpfeln,   Birnen,   Pflaumen und Schalenobst. Manche   Obstarten   fallen   in   großer   Menge   an,   sind nicht   lagerfähig,   können   aber   auch   nicht   in   kurzer   Zeit im Haushalt verbraucht werden. Was nun? Die     Hausfrauen     haben     von     jeher     Rat     gewußt. Erntezeit   ist   Einmachezeit.   Über   Generationen   hinweg sind   die   Verfahren   zur   Obstkonservierung   überliefert u.           durch           wissenschaftliche           Erkenntnisse vervollkommnet     worden.     Reges     Treiben     herrscht während der Erntezeit im Haushalt. Lohnt    die    Arbeit    immer    die    Mühe?    Oft    muß    die Hausfrau   noch   Lehrgeld   zahlen,   weil   ihr   die   Arbeit nicht     geglückt     ist,     denn     jeder     muß     Erfahrungen sammeln.    Wie    mühselig    war    die    Mostbereitung    im Haushalt,     bevor     der     Dampfentsafter     im     Handel angeboten wurde! Lohnmost ist anerkannt Viele    Hausfrauen    haben    Schluß    gemacht    mit    dem Geplansche   in   ihrer   Küche.   Neben   ihrer   beruflichen Arbeit     finden     sie     kaum     noch     Zeit     für     solche Betätigung.   Außerdem   ist   es   bequemer,   das   Obst   in eine   Süßmostkelterei   zu   geben.   Sie   zahlen   Lohn   für die     Mostherstellung.     Doch     wenn     sie     ihre     eigene Mostherstellung    berechnen,    arbeiten    die    Mostereien billiger    für    sie.    Die    Verarbeitung    von    einem    Eimer Obst dauert im Haushalt drei bis vier Stunden. Wir   treffen   vor   der   Süßmosterei   Wolfgang   Härtel   in Staßfurt       viele       Bürger       mit       ihrem       Erntegut. Rhabarberstengel.      Kirschen,      Johannisbeeren      und Stachelbeeren    bringen    sie    in    Eimern    und    Körben. Nicht   nur   Staßfurter   streben   diesem   Betrieb   zu,   wir finden   auch   Einwohner   der   umliegenden   Städte   und Gemeinden unter ihnen. „Diese    Einrichtung    ist    bequem,    wir    sind    mit    der Qualität   zufrieden,   und   kommen   jedes   Jahr   wieder,", ist    die    einheitliche    Meinung    der    von    uns    befragten Bürger. Wir   fragen   die   Kunden   auch,   warum   sie   die   Firma Härtel   bevorzugen;   denn   die   anderen   Betriebe   haben nicht solch regen Kundenstrom. Bei   Härtel   ist   der   Most   immer   klar,   ohne   Trübung, ohne Bodensatz", lautete das Urteil. Ein Gang durch die Süßmosterei Härtel Der   Kundenstrom   drängt   der   Waage   zu.   Dort   regelt Betriebsleiter       Härtel       mit       den       Kunden       die geschäftlichen    Probleme    der    Mostbereitung.    Dann schüttet   jeder   sein   Erntegut   in   die   Fässer,   Rhabarber gelangt in die Kisten. Dort beginnt die Mosterzeugung. Dort    steht    die    Fruchtpresse.    Der    Fruchtsaft    gelangt dann   in   die   Zentrifuge,   wo   die   in   den   Saft   geratenen Fruchtfleischreste   abgetrennt   werden.   Dann   verbleibt der   Saft   etwa   acht   Tage   in   Fässern.   Dort   löst   sich   das Pektin,   was   sonst   die   Trübung   des   Mostes   verursacht. Über   einen   Filter   und   eine   Abfüllmaschine   gelangt   der Most in die Flaschen. Auf   jeden   Fall   wird   der   Rohsaft   noch   am   ersten   Tage pasteurisiert.   Denn   der   Sauerstoff   der   Luft   und   die   auf allen      Früchten      lebenden      Kleinstlebewesen      wie Bakterien,   Hefen   und   Schimmelpilze   könnten   schon   In einer Nacht den Saft verderben. Noch    eines    fiel    uns,    auf.    Jeder    Kunde    muß    mehr leere   Flaschen   liefern   als   er   volle   zurücknimmt.   Aber der   Most   wird   heiß   abgefüllt,   und   nicht   alle   Flaschen halten das aus. Es gibt beim Abfüllen auch Bruch. Aus der Geschichte des Betriebes Über   der   Waage   erinnert   eine   Inschrift   am   Türbogen, daß    die    Süßmostkelterei    Härtel    in    diesem    Jahr    ihr dreißigjähriges   Jubiläum   begeht.   Herr   Härtel   leitet   den Betrieb selbst seit 1947. Die   Bilanz   seiner   Arbeit   und   die   seiner   Mitarbeiter   ist das     ständige     Steigen     der     Produktion.     Über     die Annahmestellen   in   Staßfurt,   Güsten,   Groß   Börnecke und   Brumby   liefern   die   Kunden   ausreichend   Obst   und sichern   so   selbst   die   volle   Auslastung   des   Betriebes   in jeder   Saison.   Mehr   als   200   000   Liter   Most   werden jährlich .im Betrieb gewonnen. Dieser      Betrieb      ist      ein      Dienstleistungsbetrieb      geworden.       Er       widmet       sich       nur       noch       der Lohnmostherstellung.   Die   Süßmostkelterei   Härtel   ist die leistungsfähigste Kelterei des Bezirkes Magdeburg, Herr Härtel - ein Neuerer Vom   Urteil   der   Kunden   ausgehend,   fragen   wir   nach den   Ursachen   für   die   gute   Qualität   des   Mostes.   „Das liegt   an   der   Verarbeitung.   Nicht   alle   meiner   Kollegen haben    eine    solche    Anlage    wie    ich.    Sie    haben    die Maschinen        gesehen,        darunter        auch        einige halbautomatische. Mein   Betrieb   ist   räumlich   beengt.   Eine   Ausdehnung   ist nicht      möglich.      Ich      muß      also      leistungsfähigere Maschinen   beschaffen,   wenn   ich   auch   weiterhin   die ständig    wachsenden    Aufträge    aus    der    Bevölkerung erfüllen    will.    Leider    bietet    der    Handel    für    meinen Wirtschaftszweig     keine     Maschinen     an.     Was     Sie gesehen        haben,        ist        alles        Eigenbau.        Die Flaschenwaschmaschine     und     die     halbautomatische Abfüllmaschine   sind   mein   Stolz.   Zur   Zeit   entwickele ich   einen   Flaschenvorwärmer,   um   den   Flaschenbruch einzuschränken.   Solche   Gedanken   verwirkliche   ich   in den       Wintermonaten.       Ich       halte       also       keinen Winterschlaf, wie das einige Bürger vermuten." Noch    mehr    Most    in    bester    Qualität    durch    ständige Weiterentwicklung    der    Maschinen:    darin    sieht    Herr Härtel   seinen   Beitrag   beim   umfassenden   Aufbau   des Sozialismus.
Dos Kollektiv „Was nutzen die besten Maschinen ohne ein festes und erfahrenes Arbeitskollektiv? Einige meiner Mitarbeiter sind jedes Jahr dabei und sind mir eine wertvolle Stütze. Mein Vorhaben, ihnen einheitliche Arbeitsbekleidung zu stellen, kann ich nicht verwirklichen. Der Handel ist nicht lieferfähig." Wir blicken in die sozialen Einrichtungen dieses kleinen Betriebes. Ein Aufenthaltsraum, ein Umkleideraum und sogar eine Badegelegenheit stehen den Betriebsangehörigen zur Verfügung. Die hier tätigen Frauen äußerten uns gegenüber ihre Zufriedenheit mit ihrer Arbeit. Eine Bitte des Betriebsleiters Die Obstannahme erfolgt in Staßfurt am Montag, Mittwoch u. Donnerstag von 15 bis 18 Uhr. Es gibt jedoch Bürger, die schon um 13 Uhr vor der Tür warten. Sie wollen die ersten sein. Wie sie denken noch manche andere auch. So staut sich gegen 15 Uhr eine große Menschenmenge vor dem Betrieb, und schon nach 16 Uhr hat sich alles verlaufen. Liebe Bürger von Staßfurt und Umgebung! Kommen Sie nicht alle um 15 Uhr! Wenn Sie später erscheinen, ersparen Sie sich Wartezeiten. Damit beenden wir unseren Besuch in der Süßmostkelterei Wolfgang Härtel. Wir hoffen Ihnen, liebe Leser, einen Einblick in die Arbeit eines kleinen Betriebes unserer Kreisstadt vermittelt zu haben.
M. Herr   Robra aus Neundorf holt schon seinen Most ab (links). Frau Severin arbeitet an der Abfüllmaschine  ( Mitte). Frau Alsleben nimmt die gefüllten Flaschen ab                                             ( unten). Aufn.: Stapel
Frau Schulze aus Staßfurt verhandelt mit Betriebsleiter i Härtel (links oben). Frau      Jahns      aus Hecklingcn   liefert Johannisbeeren   an (links Milte). Frau Käppner, Frau Wehlmann und  Frau Alsle- ben bei der Flaschenwäsche (links unten). Auln.: Stapel
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Ein Besuch in der Süßmostkelterei Wolfgang Härtel
J eder   Bürger   hat   sein   Steckenpferd,   das   er   in   seiner   Freizeit   reitet.   Viele   widmen   sich der    Gartenarbeit,    und    ein    Gang    durch    die    Kleingartenanlage    und    entlang    der Hausgärten    ist    immer    ein    Erlebnis,    ob    das    die    Baumblüte    im    Frühling,    das lebenstrotzende   Wachstum   im   Sommer   oder   die   fruchtschweren   Bäume   im   Herbst sind. Jeder   Gartenfreund   ist   stolz   auf   seine   Erfolge.   Trotz   mancher   Anstrengung   schreitet er    froh    zur    Obsternte.    Sie    belohnt    die    Mühe    des    Jahres.    Das    beginnt    mit    den Erdbeeren,   setzt   sich   fort   mit   Kirschen,   Johannis-   und   Stachelbeeren   und   endet   mit Äpfeln, Birnen, Pflaumen und Schalenobst. Manche   Obstarten   fallen   in   großer   Menge   an,   sind   nicht   lagerfähig,   können   aber auch nicht in kurzer Zeit im Haushalt verbraucht werden. Was nun? Die    Hausfrauen    haben    von    jeher    Rat    gewußt.    Erntezeit    ist    Einmachezeit.    Über Generationen   hinweg   sind   die   Verfahren   zur   Obstkonservierung   überliefert   u.   durch wissenschaftliche    Erkenntnisse    vervollkommnet    worden.    Reges    Treiben    herrscht während der Erntezeit im Haushalt. Lohnt   die   Arbeit   immer   die   Mühe?   Oft   muß   die   Hausfrau   noch   Lehrgeld   zahlen, weil   ihr   die   Arbeit   nicht   geglückt   ist,   denn   jeder   muß   Erfahrungen   sammeln.   Wie mühselig   war   die   Mostbereitung   im   Haushalt,   bevor   der   Dampfentsafter   im   Handel angeboten wurde! Lohnmost ist anerkannt Viele       Hausfrauen       haben Schluß      gemacht      mit      dem Geplansche     in     ihrer     Küche. Neben   ihrer   beruflichen   Arbeit finden   sie   kaum   noch   Zeit   für solche    Betätigung.    Außerdem ist    es    bequemer,    das    Obst    in eine   Süßmostkelterei   zu   geben. Sie      zahlen      Lohn      für      die Mostherstellung.     Doch     wenn sie   ihre   eigene   Mostherstellung berechnen,         arbeiten         die Mostereien   billiger   für   sie.   Die Verarbeitung   von   einem   Eimer Obst    dauert    im    Haushalt    drei bis vier Stunden. Wir        treffen        vor        der Süßmosterei    Wolfgang    Härtel in    Staßfurt    viele    Bürger    mit ihrem                            Erntegut. Rhabarberstengel.        Kirschen, Johannisbeeren                     und Stachelbeeren    bringen    sie    in Eimern   und   Körben.   Nicht   nur Staßfurter       streben       diesem Betrieb    zu,    wir    finden    auch Einwohner     der     umliegenden Städte    und    Gemeinden    unter ihnen. „Diese   Einrichtung   ist   bequem,   wir   sind   mit   der   Qualität   zufrieden,   und   kommen jedes Jahr wieder,", ist die einheitliche Meinung der von uns befragten Bürger. Wir   fragen   die   Kunden   auch,   warum   sie   die   Firma   Härtel   bevorzugen;   denn   die anderen Betriebe haben nicht solch regen Kundenstrom. Bei   Härtel   ist   der   Most   immer   klar,   ohne   Trübung,   ohne   Bodensatz",   lautete   das Urteil. Ein Gang durch die Süßmosterei Härtel Der   Kundenstrom   drängt   der Waage        zu.        Dort        regelt Betriebsleiter    Härtel    mit    den Kunden      die      geschäftlichen Probleme    der    Mostbereitung. Dann      schüttet      jeder      sein Erntegut       in       die       Fässer, Rhabarber      gelangt      in      die Kisten.      Dort      beginnt      die Mosterzeugung. Dort     steht     die     Fruchtpresse. Der   Fruchtsaft   gelangt   dann   in die   Zentrifuge,   wo   die   in   den Saft                              geratenen Fruchtfleischreste       abgetrennt werden.     Dann     verbleibt     der Saft   etwa   acht   Tage   in   Fässern. Dort   löst   sich   das   Pektin,   was sonst   die   Trübung   des   Mostes verursacht.    Über    einen    Filter und        eine        Abfüllmaschine gelangt      der      Most      in      die Flaschen. Auf     jeden     Fall     wird     der Rohsaft   noch   am   ersten   Tage pasteurisiert.          Denn          der Sauerstoff   der   Luft   und   die   auf allen   Früchten   lebenden   Kleinstlebewesen   wie   Bakterien,   Hefen   und   Schimmelpilze könnten schon In einer Nacht den Saft verderben. Noch   eines   fiel   uns,   auf.   Jeder Kunde       muß       mehr       leere Flaschen    liefern    als    er    volle zurücknimmt.    Aber    der    Most wird    heiß    abgefüllt,    und    nicht alle   Flaschen   halten   das   aus.   Es gibt beim Abfüllen auch Bruch. Aus der Geschichte des Betriebes Über   der   Waage   erinnert   eine Inschrift   am   Türbogen,   daß   die Süßmostkelterei        Härtel        in diesem   Jahr   ihr   dreißigjähriges Jubiläum    begeht.    Herr    Härtel leitet    den    Betrieb    selbst    seit 1947. Die   Bilanz   seiner   Arbeit   und die    seiner    Mitarbeiter    ist    das ständige            Steigen            der Produktion.           Über           die Annahmestellen      in      Staßfurt, Güsten,     Groß     Börnecke     und Brumby     liefern     die     Kunden ausreichend    Obst    und    sichern so   selbst   die   volle   Auslastung des    Betriebes    in    jeder    Saison. Mehr    als    200    000    Liter    Most werden     jährlich     .im     Betrieb gewonnen. Dieser       Betrieb       ist       ein Dienstleistungsbetrieb         geworden.   Er   widmet   sich   nur   noch   der   Lohnmostherstellung. Die Süßmostkelterei Härtel ist die leistungsfähigste Kelterei des Bezirkes Magdeburg, Herr Härtel - ein Neuerer Vom      Urteil      der      Kunden ausgehend,     fragen     wir     nach den     Ursachen     für     die     gute Qualität   des   Mostes.   „Das   liegt an   der   Verarbeitung.   Nicht   alle meiner    Kollegen    haben    eine solche    Anlage    wie    ich.    Sie haben   die   Maschinen   gesehen, darunter           auch           einige halbautomatische. Mein      Betrieb      ist      räumlich beengt.    Eine    Ausdehnung    ist nicht    möglich.    Ich    muß    also leistungsfähigere       Maschinen beschaffen,     wenn     ich     auch weiterhin           die           ständig wachsenden    Aufträge    aus    der Bevölkerung       erfüllen       will. Leider    bietet    der    Handel    für meinen   Wirtschaftszweig   keine Maschinen       an.       Was       Sie gesehen       haben,       ist       alles Eigenbau.                              Die Flaschenwaschmaschine       und die                   halbautomatische Abfüllmaschine       sind       mein Stolz.   Zur   Zeit   entwickele   ich einen   Flaschenvorwärmer,   um den                       Flaschenbruch einzuschränken.   Solche   Gedanken   verwirkliche   ich   in   den   Wintermonaten.   Ich   halte also keinen Winterschlaf, wie das einige Bürger vermuten." Noch   mehr   Most   in   bester   Qualität   durch   ständige   Weiterentwicklung   der   Maschinen: darin sieht Herr Härtel seinen Beitrag beim umfassenden Aufbau des Sozialismus.